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Vorwort zu den Buckower Dreieckrennen

Das „Buckower Dreieck“ ist nur eine von den hunderten bekannten Motorrennstrecken in Deutschland. Dieses Handbuch soll einen historischen Hinweis auf diese schon fast vergessene Rennstrecke in der Märkischen Schweiz nahe Berlin, auf die legendären Fahrer und auf die Begeisterung für den Motorrennsport in der damaligen Zeit geben. Zum besseren Verständnis wurden einzelne Beiträge bearbeitet und in die neudeutsche Schrift übertragen. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit und sind für ergänzende Informationen dankbar.

Das historische Rennen in der Zeit der Weimarer Republik wird durch unsere IGV wiederbelebt. In Zusammenarbeit mit dem Tourismusamt Buckow und der Druckerei Lebenshilfe MOL e. V. entstand z. B. ein Reprint eines Rennens von 1928.

Programm 1928

Zur Geschichte des Motorrennsports auf dem Buckower Dreieck von 1925 bis 1928

Nach der Unterbrechung des Motorsportgeschehens durch den 1.Weltkrieg drängte der Motorsport in den 20er Jahren wieder mehr und mehr in die Öffentlichkeit. Nachdem 1921 und 1922 ADAC-Reichsfahrten durch den Gau Berlin durchgeführt wurden, folgten zahlreiche ADAC-Rennen auf der AVUS in Berlin. Um den Motorsport auch einem größeren Publikum zugänglich zu machen, suchte man nach einer wettkampftauglichen Rennstrecke außerhalb Berlins. Die Wahl fiel auf Buckow. In den Jahren 1925 bis 1928 fanden dann alljährlich auf dem Buckower Dreieck Automobil- und Motorradrennen des ADAC, Gau Berlin-Brandenburg statt. Der 12,5 Kilometer lange Dreieckskurs erfreute sich als Rundstreckenrennen großer Beliebtheit bei den Aktiven und Zuschauern.

Das erste Buckower Dreieck-Rennen wurde am 4. Oktober 1925 von Motorrädern mit und ohne Beiwagen und Automobilen ausgetragen. Die neue Rennstrecke stellte mit ihrem schlechten Straßenzustand erhebliche Anforderungen an das Material und an die Fahrer. Von den Motorradfahrern gerieten einige mehrmals in den Kurven in den Sandweg und boten dabei den Zuschauern einen beängstigen Anblick. Es wurde allgemein recht forsch gefahren. Schnellster war der Thüringer Otto Reif mit seinem Simson-Supra-Sportwagen. Er fuhr die 10 Runden, also 125 Kilometer, in 1:33:31,8.

Nach diesem ersten Erfolg fand am 19. September 1926 das 2. Buckower Dreieckrennen statt. Schon in den vorgehenden Tagen hörte man das Knattern und Puffen der Rennfahrzeuge bis in die Nachtstunden hinein, da ausgiebige Trainingsfahrten vorgenommen wurden. Zu den Rennen fanden sich 51 abgenommene Krafträder, darunter 8 mit Beiwagen und von den 15 genannten Wagen 13, einschließlich 3 Rennwagen, am Start ein. In den Siegerlisten finden sich alle renommierten Marken der damaligen Zeit. Bei den Motorrädern u.a. DKW und BMW und bei den Sportwagen oder Rennwagen Bugatti, Hanomag und Mercedes. Aber auch heute fast vergessene Hersteller wie Amilcar, Ardie und Mabeco waren am Start.

Trotz der Kritik am Zustand der Rennstrecke fand mit dem 3.Buckower Dreieckrennen am 18.September 1927 wieder ein viel beachteter Renntag statt. Die Bedingungen waren aber nach wie vor nicht optimal. Dennoch fuhr der Münchener Henne die 200 Kilometer in einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 90,9 km/h. In diesem Jahr startete auch Rudolf Caracciola in Buckow und gewann in der Sportwagenklasse. Caracciola war einer der erfolgreichsten und bekanntesten Rennfahrer der Vorkriegszeit. Wertvolle Ehrenpreise zeugten von dem Interesse, das „Buckower Dreieckrennen“ zu einer Traditionsveranstaltung auszubauen

Das 4. Buckower Dreieckrennen 1928 wurde erstmals an 2 Tagen veranstaltet. Am 18. und 19. August 1928 gingen wieder Motorräder ohne und mit Seitenwagen an den Start. Die Motorradrennen verliefen an beiden Tagen ohne besondere Vorkommnisse und boten spannenden Sport. Anders verlief das Sportwagenrennen. Ein weiterer erfolgreicher Rennfahrer der 1920er Jahre war Huldreich Heusser. Für die letzten Rennen schaffte er sich noch einen Bugatti Typ 35 B an. Am 19.08.2028 wurde diese Veranstaltung mit noch junger Tradition von einem tragischen Unglücksfall überschattet. Der Bugatti von Rennfahrer Heusser und seinem Mechaniker Feldmann kam von der Fahrbahn ab und beide verunglückten tödlich. Ein Gedenkstein an der Straße nahe der Abfahrt Hasenholz erinnert noch heute daran.

Nach 1928 fand kein bedeutender Motorrennsport mehr auf dem Dreieckskurs rund um Buckow statt. Rund 50 Jahre später wurde die Strecke durch die Ortsgruppe Waldsieversdorf im ADMV der DDR vorübergehend wieder zum Leben erweckt. Die Clubmitglieder und ihre Gäste fuhren eine Ehrenrunde auf dem Buckower Dreieck und legten am Gedenkstein Blumen nieder.
Anfang der 1980er Jahre gab es im Rahmen der Pneumant-Rallye Wertungsläufe im Umland von Berlin, unter anderem auch auf dem Buckower Dreieck.

Günter Krause, Mittelallee 26 in 15344 Strausberg, Tel.Nr.: 03341 23495 oder 0171 7352569

In eigener Sache: Ich suchen weiterhin Zeitzeugenberichte und/oder Fotos für die nächste ergänzende Ausgabe der Dokumentation zur Geschichte der Buckower Dreieckrennen.

Die Rennstrecke
Die Rennstrecke
Die Rennstrecke heute
Die Rennstrecke heute
Rennfahrer 1927
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Huldeich Heusser
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Berliner Rallyewagen
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Käfer und mehr
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Zweiräder
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